Literatur ist nichts Isoliertes, weder in der Zeit noch im Raum. Erst jenseits nationalphilologischer Engführungen werden die nahen und fernen transnationalen und transhistorischen Beziehungen deutlich, die literarische Texte immer schon bestimmt haben.

Literatur ist nichts Selbstverständliches, kein Stoff, der einfach gegeben ist. Wir erzeugen sie im Umgang; im Schreiben wie im Lesen entsteht sie immer neu und immer anders.

Literatur ist fern und nah zugleich. Sie erlaubt es, das kulturell Fremde, die ferne Vergangenheit zu vergegenwärtigen, aber auch das Nahe, scheinbar Vertraute fern zu rücken.

Literatur ist Praxis. Versteht man Literatur nicht als Sammlung großer oder kleiner Texte, sondern als Arbeit an der Welt und ihrer Symbolisierung, muss die Literaturwissenschaft mehr sein als Kanonpflege.